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Taufe bei Lindner`s Bürger-Zimmer um 1930 Speise-Zimmer um 1900 Ratholdusklause
Ratholdusstube
Hochwasser 1920
Cletusa-Stammtisch
_seit 1908 im Haus
Die Historie unseres Hauses beginnt im frühen Mittelalter. Die Grundmauern stammen aus der Zeit der Karolinger, etwa aus dem Jahr 600. Historiker vermuten, dass das frühere Schloss und die dazugehörigen Ländereien zum Besitz des Adelsgeschlechtes der Familie von Prant gehörten, dem auch der Heilige Ratholdus entstammte. Er war der Gründer des Klosters St. Georgenberg im Tiroler Inntal und heute ein beliebtes Wallfahrtsziel. Nach ihm ist einer unser Gästeräume benannt. Im Jahr 800 n.Chr. taucht der „gefreyte Sedlhof Prantshausen“ zum ersten Mal in einer Urkunde auf.

Es war eine rauhe, wilde Zeit. Die mächtigen Mauern des Schlosses – mehr als einen Meter dick – trotzten nicht nur den Wirren des Mittelalters, Raubrittern und Kriegern, sondern auch zwei verheerenden Bränden in den Jahren 1495 und 1765. Wie durch ein Wunder blieb das Schloß weitgehend verschont . Lediglich die vier Türme brannten aus. An ihre Stelle trat eine schwungvolle Barockfassade, die nun das Bild des Stadtplatzes prägt. Noch heute finden sich bei Umbauten verkohlte Balken; Spuren aus vergangener Zeit.

Im Jahr 1709 wechselt der Besitzer. Der damalige Aiblinger Bürgermeister Georg Steyrer errichtet in den Schlossmauern eine Gastwirtschaft. Ein schlauer Zug, denn die Boten, die kostbares Salz von Berchtesgaden nach München transportierten, wollen verköstigt werden und benötigen ein Nachtquartier, um mit frischen Pferden am nächsten Tag in die Residenzstadt zu gelangen. Leider sind heute die vormals am Eingang angebrachten Wölbungen für die Ringe, an denen die Fuhrleute beim Umladen die schweren Salzscheiben und Salzsäcke hochgezogen haben, nicht mehr zu sehen. Dem Haus wird eine Metzgerei angegliedert. Doch dann wechseln die Besitzer schnell – das ehemalige Schloss verkommt.

Als Johann Lindner am 1. Mai 1853 sein neues Heim betritt, das er für 200 Gulden erworben hat, ist es um das Anwesen schlecht bestellt. Es gibt keinen Tisch, keinen Stuhl, kein Bett; Pferde müssen gekauft werden, um das Botengeschäft aufrechtzuerhalten, das Schlachthaus bedarf der Renovierung – ebenso der heruntergekommene Stall. „Die Sorgen waren groß“, schreibt der Chronist, „aber durch der Hände Fleiß hob sich das Geschäft“. Es ist schwer vorstellbar, mit wieviel Mut, Fleiß und Arbeit aus der Schlossruine ein stolzes Haus entstand.

Seitdem hält der Aufschwung an. 1857 bringt die Eisenbahn Gäste nach Bad Aibling. In der „Taferne, Gastwirtschaft und Metzgerei Lindner“ werden sie mit Bier, Schnaps, Fleisch und Würsten bewirtet, und der berühmte deutsche Maler Wilhelm Leibl hat seinen Stammplatz am Fenster der gemütlichen Gaststube.

Auch die ansässigen Bürger bleiben „ihrem Lindner“ treu: Im heutigen Restaurant gründen sie die „Sektion Aibling“ des bayerischen Alpenvereins und den „Historischen Verein“, außerdem halten sie seit 45 Jahren dem Cletusa- Stammtisch die Treue.

Natürlich ist nicht alles im Romantik Hotel Lindner historisch – im Gegenteil: Wir gestalten unser Haus für Sie so zeitgemäß wie möglich und bieten Ihnen jeden erdenklichen Komfort, ohne den ursprünglichen Charakter des Schlosses zu verändern. Seit sieben Generationen ist die Familie Lindner bestrebt, gemütliche und glückliche Stunden zu bereiten; unsere Aufmerksamkeit gilt nur Einem: Ihnen, unserem Gast.
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